Die Braut: Kerstin
Heiraten? Ich?? Nie wieder….!!!

Noch bis vor nicht all zu langer Zeit war ich der mehr als festen Überzeugung, dass das nun wirklich nicht nötig ist. Meine erste Erfahrung mit dem Ehestand war Anlass genug für mein unverrückbares Weltbild. Was ändert schon ein Stempel auf irgendeinem Dokument? Steuerliche Vorteile kann ich nicht daraus ziehen und für meine Ernährung kann ich selbst sorgen. So antwortete ich, wann immer dieses Thema angesprochen wurde, mit schöner Regelmäßigkeit: "Wenn ich jemals noch mal heiraten sollte, dann nur auf Mauritus!"
(man muss dazu wissen, dass ich bis vor ebenfalls nicht all zu langer Zeit furchtbare Flugangst hatte und mich niemals für 10 Stunden in ein Flugzeug gesetzt hätte)

Aus Mauritus wird nun Sri Lanka... ;-)

Das Vorleben
"Weiblich, ledig, jung, sucht….."

Trifft bei mir nicht zu. Eher "Weiblich, geschieden, in den besten Jahren, wurde gefunden…" Zu ergänzen übrigens mit "2 Kinder, 1 Kater, 2 Berufe"

Damit ist zu meinem Vorleben schon einiges gesagt: eheerfahren, lern- und erziehungsfähig (meine Kinder sind bei Letzterem ganz sicher anderer Meinung!) und Katzen-
freund. Da allein mit diesem Background schon ein ganzer Roman zu füllen wäre, verzichte ich an dieser Stelle auf weitere Ausführungen, die doch nur ein bruchstückhaftes Bild darstellen können.

Bei allem jedoch, was ich in den Jahren meiner Existenz auf diesem Planeten erleben durfte, ist eines das Größte und Unumstößlichste: die Liebe zu meinen Kindern.
Gerade in Anbetracht unserer bevorstehenden Hochzeit darf ich wieder einmal erfahren, dass ich mich glücklich und gesegnet fühlen kann, solch wundervolle Menschen in meinem Leben zu haben. Ich danke Sarah und Jan für ihre Zuneigung und Zärtlichkeit, für ihre Geduld mit mir als Mutter, für ihren Mut, ihr eigenes Leben so zu gestalten, wie sie es tun und für ihre Akzeptanz meiner Liebe zu Andreas, welche sie dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie unsere Heirat als Trauzeugen bestätigen.
Gedanken
JA. Dieses Ja sage ich heute bewusster, entschiedener, weitsichtiger als damals… in jungen Jahren, beim ersten Mal. Für mich bedeutete es einen langen Kampf mit mir selbst, gegen meine Überzeugung, voller Fragen und Zweifel. Doch am Ende war da ein Ja, das nicht ein "es könnte gut gehen" beinhaltet, sondern mit der Gewissheit:

Unser JA ist ein ja.
Unser JA ist kein jaja.
Unser JA ist kein möglicherweise,
kein probehalber, kein unter Umständen.
Unser JA ist kein naja.
Unser JA ist ein ja zu uns,
wie wir sind und wir werden können.